Im Spiegel der Zeit

Tradition die bewegt


Kloddram hat Tradition - und zwar eine sehr lange. 1233 erstmals urkundlich erwähnt, können das Herrenhaus, sein ehemals zugehöriger Großgrundbesitz und das umliegende Dorf auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken.

Region und Herrschaft

Wie der slawische Namensursprung "Klodorab" oder "Klodoraby" ("Holzfällerort") verrät, wurde der Ort bis zum Hochmittelalter von wendischen Waldarbeitern besiedelt, ehe er im 13. Jahrhundert endgültig in den Machtbereich der Schweriner Grafen überging. Als das Grafengeschlecht 1358 ausstarb, übernahmen die Mecklenburgischen Herzöge die Herrschaft über die Region. Diese sollte in unterschiedlichen Ausprägungen und mit jeweils kurzen Unterbrechungen bis zum Ende des 2. Weltkrieges bestehen bleiben.

Nach Auflösung der alten Länder in der DDR gehörten Kloddram und Umgebung nach 1945 zum Bezirk Schwerin. Mit der Wiedervereinigung 1990 und der Restauration Mecklenburg-Vorpommerns als Bundesland schloss sich dann auch für Kloddram wieder der Kreis. Am 12.06.2004 erfolgte schließlich seine Eingemeindung in den Ort Vellahn.

Rittergut und Herrenhaus

Der erste beurkundete Besitzer des Rittergutes war im 16. Jahrhundert die Familie von Bülow. Sie übte die Feudalherrschaft über ein Dutzend ansässige Bauern und ihre Angehörigen aus, die der adeligen Familie neben Gehorsam auch umfangreiche Abgaben und Frondienste zu leisten hatten.

Nachdem die von Bülow das Gut heruntergewirtschaftet und im 18. Jahrhundert die Besitzer einige Male gewechselt hatten, kaufte es im Jahr 1799 der Domherr Dr. Johann Joachim Bolten mit voller Gerichtsbarkeit, der Jagd-, Krug- und Brennereigerechtigkeit für 55.000 Taler. Ein Jahrhundert später umfassten die Kloddramer Besitztümer immer noch das eigentliche Gut, eine Schule, eine Schmiede, eine Gaststätte sowie 754 Hektar Land.

Bis 1932 blieb Kloddram im Besitz der Familie Bolten. Dann wurde es an die Siedlungsgesellschaft „Deutsche Erde“ verkauft, die in der Folge die Aufsiedlung des Gutes durch die ehemaligen Gutsarbeiter sowie Siedler aus der Magdeburger Gegend betrieb und so 45 Siedlungsstellen schuf.

Nachkriegszeit bis Gegenwart

Nachdem während des Krieges französische und polnische Kriegsgefangene auf dem Gut harte Feldarbeit verrichten mussten, quartierten sich unmittelbar nach dem Krieg zunächst amerikanische, dann britische Besatzungstruppen im Herrenhaus ein. Schließlich besetzten sowjetische Rotarmisten das Gebiet.

Im Zuge der Kollektivierung der DDR-Landwirtschaft gründeten im Jahr 1953 83 Kloddramer Bürger auf dem Gutsgrund die LPG "Thomas Münzer". Schwerpunkte der Produktion blieben bis zur Wende die Milchviehhaltung und die Schweinemast. 1990 wurde die LPG schließlich in eine Agrargenossenschaft, die heutige Lindenhof GmbH umgewandelt. Das Herrenhaus mit umliegenden Gut befindet sich heute in Privatbesitz.